Die zwei Männer könnten verschiedener nicht sein: Obwohl sie beide Kinder der Sowjetunion sind, haben Wladimir Putin und Alexei Nawalny völlig gegensätzliche Visionen für Russland und seine Stellung in der Welt. «Putin ist ein Produkt der Geheimdienste, er ist ein Mann mit dem Verstand eines KGB-Agenten», heisst es an einer Stelle im ebenso spannenden wie rasanten Dokukrimi von Jon Blair.
«Nawalny ist das komplette Gegenteil von Putin. Er ist ein freier Mann, der noch nie eine Uniform getragen hat. Während er Russland als einen Akteur auf der Weltbühne sieht, betrachtet Putin Russland als Festung, die belagert wird.» Solche Statements hallen angesichts der aktuellen Weltlage noch mehr nach als die Vergiftung von Nawalny im August 2020.
Aber auch diesbezüglich hält die Doku einige Überraschungen parat, die nicht nur «James-Bond-Attentäter mit der Kompetenz eines Johnny English» offenbaren, sondern auch von einer blauen Unterhose handeln. «Was für nutzlose Idioten arbeiten bei der russischen Staatspolizei, dem FSB?», fragt sich Nawalny an einer Stelle im Film. Auch für Erzfeind Putin findet er klare Worte: «Aus einem einfachen sowjetischen Offizier wurde ein Verrückter. Er ist nicht nur verrückt, sondern auch bereit, sein Land zu zerstören und zu morden.»
Den Beweis für diese Vermutung liefert Putin seit kurzem Tag für Tag. So gesehen ist diese formal an James Bond orientierte Doku ihrer Zeit voraus – zu sehen nicht nur als Stream bei Sky Show, sondern auch im Free-TV (Donnerstag, 21. April 2022, 20.15 Uhr, Kabel 1 Doku).
Sky Show | Dokumentarfilm
GB 2021, verfügbar